Dr. Uta Stürtzbecher:
20 Jahre Hospiz St. Christophorus in Mönchengladbach

Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Namen des Vorstandes des Vereins zur Gründung einer palliativen Einheit begrüße ich Sie zur Feier des 20 jährigen Bestehens des Hospiz St. Christophorus.

Namentlich begrüße ich den Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach Herrn Norbert Bude-
Herrn Wolfgang Funke, Pastoralreferent der Citykirche, die uns gastlich heute aufnimmt.

Die Künstlerin Rosa Gabriel, deren sensible Arbeiten uns umgeben.
Diese Ausstellung wurde tief verletzt, ich persönlich hoffe, dass die Wunde Ihre künstlerische Gestaltungskraft nicht hemmt.

Frau Pfarrerin Anette Beuschel, die bereits vor 20 Jahren bei der Eröffnung des Hospizes damals gemeinsam mit Herrn Pfarrer Edmund Erlemann für den christlichen Segen gesorgt hat.

Frau Dr. Birgit Weihrauch, Vorsitzende des deutschen Hospiz- und Palliativverbandes, die vor 20 Jahren an entscheidender Stelle im Gesundheitsministerium in Nordrhein Westfalen die Bürgerbewegung beflügelt hat, so dass in Nordrhein Westfalen vielfältige hospizliche Institutionen ihren Anfang nahmen. Den gesundheitspolitischen Weg gestaltet sie bis heute entscheidend mit.

Frau Annette Schramm, die uns als Theaterautorin und Schauspielerin aus einem anderen Blickwinkel unseren Umgang mit Leben und Sterben berührend darstellt.

Last but not least begrüße ich herzlich die Rockstreicher der Musikschule junge Menschen, denen man wünscht noch nicht mit Sterben konfrontiert zu sein, die aber in ihrer Musik das Nebeneinander von Lebensfreude und Trauer zum Ausdruck bringen.

Ich erlaube mir zwei Persönlichkeiten der 1. Stunde, die auch heute noch im Hospiz arbeiten besonders zu begrüßen: Frau Inge Beschoten und Frau Maike Andersen. Ihre Haltung im Handeln am Krankenbett ist uns bis heute Vorbild. Wie soll der schwerkranke Mensch sein Leben gegen die Erwartung der Gesellschaft verteidigen, wenn diese ihm das Gefühl vermittelt, dass sein Leben im Zustand des Leidens keinen Wert mehr hat und so indirekt eine vorzeitige Lebensbeendigung erwartet?

Auf diese von Robert Spaemann so formulierte und auch heute noch aktuelle Frage antworteten
Frau Dr. Dorothea Wirtz,
Frau Lina Schmidt
Herr Rudolf Meuser und
Herr Hans Arno Schmitz
mit der Gründung des Vereins zur Förderung einer palliativen Einheit.

Das Hospiz konnte von ihnen erst eröffnet werden, nachdem Frau Wilberz für den Ausgleich der erwarteten Defizite mit ihrer Stiftung bürgte.

Sie gab damit den Krankenkassen den Mut sich auf das Gründungsrisiko einzulassen.

Dieses Hospiz lebt durch den einfühlsamen Umgang der Mitarbeiter mit den Sterbenden und deren Angehörigen; es existiert durch die Spenden aus der Gesellschaft, die seit 20 Jahren die Lücke zwischen Krankenkassenaufwand und notwendigen Kosten schließen.

So dass unser Dank heute an die Gesellschaft geht, die diese Institution trägt.

Diese Feier soll erfüllt sein von Dank und Hoffnung.

Dank dafür, dass wahrhaftige menschliche Begegnung gepaart mit angemessener Therapie Leiden soweit reduziert, dass selbst bestimmtes Leben im Sterben möglich wird.

Hoffnung, dass diese Gewissheit Bestandteil des gesellschaftlichen Umgangs miteinander wird und so die Haltung des Einzelnen zur Würde des schwer Erkrankten bestimmt.